Zweite Heimat - Menorca
  Strände Menorcas
 
Vorab muss ich mal etwas los werden, in letzter Zeit höre ich immer wieder, der Strand ist dreckig, da liegen Algen herum. Liebe Leute, das sind keine Algen, das ist Neptungras und das ist wichtig für die Mittelmeerregion. Hier mal ein Auszug aus Wikipedia.

Anders als alle anderen Arten der Gattung Posidonia findet sich das Neptungras ausschließlich im Mittelmeer. Es kommt im Flachwasser bis in 40 Meter Tiefe vor, bei sehr klarem Wasser auch bis in eine Tiefe von 50 bis 60 Meter.  Es besiedelt bewegte bis leicht geschützte Standorte in feinem Sand mit guter Wasserzirkulation wie offene Küsten oder die Spitzen von Landzungen und ist dort oft bestandsbildend.

Eine wichtige Rolle spielt Posidonia oceanica für das Klima. Der spanische Meeresbiologe Carlos Duarte vom Mittelmeerinstitut der Balearen in Esporles/Mallorca stellte fest, dass Seegraswiesen doppelt so viel CO2 speichern können wie z.B. eine gleich große Fläche Regenwald. Posidonia oceanica ist zudem Brutraum für viele Fische und Lebensraum für Schnecken. Darüber hinaus schützt es Küsten vor Erosion und trägt so dazu bei, dass Strände nicht abgetragen werden. Außerdem nimmt das Seegras viele über die Flüsse ins Meer gespülte Nährstoffe auf und schützt so das Meer vor Überdüngung und hält das Wasser klar und sauber.

Zum einen wird das Seegras durch die zunehmende Klimaveränderung und Erwärmung der Meere stark geschädigt. Zum anderen wird Posidonia oceanica durch ankernde Schiffe aus dem Meeresboden herausgerissen und vernichtet. Zwischen den Baleareninseln Formentera und Ibiza besteht seit 1999 ein von der UNESCO anerkannter und auf der Liste des UNESCO-Welterbe geführter Naturpark der 'Parque Natural de Ses Salines d'Eivissa i Formentera'. Die dort befindlichen größten zusammenhängenden Flächen an Posidonia oceanica werden jedes Jahr durch starken Motorbootverkehr und ankernde Yachten erheblich geschädigt und reduziert. Der Meeresbiologe Manu San Felixe aus Formentera filmte im Sommer 2011 wie die 100 Meter lange Motoryacht 'Turama' an einem einzigen Tag einen Hektar Seegras vernichtete. Hier könnte das Seegras bei anhaltender Schädigung in drei Jahren verschwunden sein.

Duarte schätzt, dass das im Mittelmeer vorkommende Seegras maximal noch 50 Jahre existiert.

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Anbei eine Auswahl von Stränden, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Die Strände sind geordnet von Ciiutadella im auf der Südseite beginnend Richtung Mahon und dann auf der  Nordseite der Insel wieder zurück nach Ciutadella.

Kurz zu dem in letzter Zeit in verschiedenen Zeitungen und Foren immer häufiger genannten Quallenproblem im Mittelmeer. Auch wir konnten feststellen, dass es eigentlich von Jahr zu Jahr immer häufiger vorkommt, dass Quallen an den Stränden auftauchen. Nachdem wir aber immer mit dem eigenen Pkw auf der Insel sind, weichen wir diesem Problem halt aus. Kommt der Wind aus Süden, fahren wir an Strände im Norden und umgkehrt. Nachdem in den Sommermonaten häufiger der "Tramuntana"  (Nordwind) weht, so zumindest unsere Erfahrung, halten sich die lieben Tierchen meist im Norden der Insel auf. Dreht dann jedoch der Wind auf Süden, findet man sie dann nach 2 - 3 Tagen auch an den Südstränden. Man sollte das ganze aber auch nicht überbewerten, denn nur wenn der Wind kräftig mehrere Tage weht und dann auch noch die Strömung paßt, sind die Qallen da. 

Wer lange Strände sucht, sollte sich für Santo Tomas oder die Son Bou entscheiden, schöne Buchten mit Serviceleistungen ( Restaurant in der Nähe, Liegen, Schirme) sind die Cala Galdana, Punta Prima, Arenal d`en Castell, Cala Binibeca, Cala en Porter, Son Saura bei Son Parc und die Calan Bosch mit ihren zwei Stränden.

Strände ohne Service und nur mit Auto oder Boot zu erreichen sind u. a. die Son Saura und Cala Turqueta bei Ciutadella, Cala Pregonda und Plaja de Cavalleria im Norden. Die Cala Macarella erreicht man ebenfalls von Ciutadella aus mit dem Pkw, oder in etwa 30 Minuten zu Fuß über die Felsen (beim Hotel Audax) von der Cala Galdana aus. In der Macarella gibt es ein Restaurant.

Nur mit dem Auto oder über einen längeren Fußmarsch von der Cala Galdana (Abmarsch vom Aussichtspunkt gleich links am Ortseingang zur Cala Galdana Hotel Sol Gavilanes) aus erreicht man die Cala Mitjana und Cala Mitjanetta.

Zu klein wären uns in der Hauptsaison die Strände in der Cala Blanes. Nicht sonderlich groß sind auch die Cala Santandria und die Cala Blanca. Man kann nur hoffen, dass dort nicht noch mehr gebaut wird.

Wenig Tourismus gibt es in Es Grau und in der Cala Mesquida bei Mahon, wegen der Nähe zu Mahon werden diese Strände an Sonntagen und in den spanischen Ferien (Juli - September) aber von vielen Einheimischen aufgesucht.

Tunlichst vermeiden sollte man Ausflüge an Sonntagen, das ist der einzige Tag den die arbeitenden Einheimischen frei haben und die machen daraus einen richtigen Ausflugstag mit Kind und Kegel, es ist also der Tag an den an den Stränden am meisten los ist, so es nicht regnet.

Aber überhaupt sind in den Monaten Juli bis September die Strände voller, ist ja nicht umsonst die Hauptsaison, es ist aber trotzdem vergleichsweise ruhiger als auf der großen Nachbarinsel Mallorca. Wer das Glück hat außerhalb dieser Hauptsaison auf die Insel zu kommen, dem wird es nicht schwer fallen auch einmal einen Strand für sich alleine zu finden.

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